Darum muss das Weingartener Trinkwasser aufbereitet werdenSeit 1977 wurde eine Zunahme der Nitratkonzentration im Trinkwasser aus den Brunnen Schmalenstein festgestellt. Im Jahr 1987 wurde der Grenzwert nach der Trinkwasserverordnung (TVO) von 50 mg/l erstmals überschritten. Nach kurzer Stagnation stieg die Nitratkonzentration weiter an auf derzeit ca. 54 mg/l durchschnittlich.Im Jahr 1986 wurde die Lösung einer Nitratminderung durch Mischung des Wassers aus den Schmalenstein-Brunnen mit dem Quellwasser Werrabronn vom Gemeinderat beschlossen. Aufgrund der Überschreitung der TVO - Grenzwerte bei verschiedenen Parametern wie z. B. Mangan, musste die Quelle Werrabronn jedoch im selben Jahr vom Wasserversorgungsnetz abgetrennt werden. Wie inzwischen gutachterlich festgestellt wurde, ist das Sickerwasser der Deponie Grötzingen des Landkreises ursächlich für die Verunreinigung. Eine Ausnahmegenehmigung des Landratsamts Karlsruhe aus dem Jahr 1995 für die Abgabe von Trinkwasser trotz Überschreitung des Grenzwerts der Trinkwasserverordnung (TVO) für Nitrat von 50 mg/l verpflichtete die Gemeinde Weingarten dazu,
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| Nitrataufkommen Pumpwerk Schmalenstein von 1977-2001 (Durchschnittswert von Brunnen 1 und Brunnen 2) ![]() |
Entscheidung für die Trinkwasseraufbereitung im CARIX®-VerfahrenAls erste mögliche Lösungsvariante wurde die Erschließung neuer Trinkwasserbrunnen aufWeingartener Gemarkung ins Auge gefasst.Alternative Standorte für eine Trinkwassererschließung auf der Gemarkung waren trotz umfangreicher Untersuchungen und Beratung durch den zuständigen Geologen des Landesamtes für Geologie, Rohstoffe und Bergbau jedoch nicht zu finden, insbesondere da für einen solchen Alternativstandort die Voraussetzungen für die Ausweisung eines Wasserschutzgebiets gegeben sein müssten. Somit blieben für die kurzfristige Senkung der Nitratkonzentration nur die Möglichkeiten der Teilversorgung durch ein benachbartes Wasserversorgungsunternehmen und Mischung mit dem Wasser der Brunnen Schmalenstein oder der Aufbereitung des Brunnenwassers in einer eigenen Anlage. Auf der Grundlage einer Wirtschaftlichkeitsuntersuchung der Varianten entschied sich der Gemeinderat am 29.09.1999 für den Neubau einer Wasseraufbereitungsanlage bei den Brunnen Schmalenstein, mit einer Aufbereitung nach dem CARIX®-Verfahren. Das Aufbereitungsverfahren arbeitet nach dem Prinzip der Teilentsalzung des Rohwassers in Ionenaustauscherfiltern. Dabei werden Nitrat- und Sulfat-Ionen gegen Hydrogenkarbonat-Ionen, die Härtebildner Calcium und Magnesium gegen Wasserstoff-Ionen ausgetauscht. Die Regenerierung der Filter erfolgt mit Kohlenstoffdioxid, CO2, welches zu ca. 95% imProzess zurückgewonnen wird. Die Aufbereitung nach dem CARIX®-Verfahren bietet neben der Wirtschaftlichkeit den Vorteil, dass zusätzlich zur Nitratreduktion (unter 25 mg/l bei mittlerem Wasserbedarf im Prognosejahr 2025) auch die Wasserhärte vom Härtebereich IV nach Waschmittelgesetz aufHärtebereich II (bei mittlerem Wasserbedarf im Prognosejahr 2025) gesenkt wird. Dies bewirkt erheblich geringere Kalkablagerungen in den Haushalten. |
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